Geheimdienst beschlagnahmt Indymedia-Server
Am Donnerstag Morgen erließen US-Behörden eine Anordnung an den Hostingprovider Rackspace, in der der aufgefordert wurde, den Behörden die Server der freien Nachrichtenseite Indymedia auszuhändigen. Rackspace, auf deren Servern mehr als 20 IMCs gehostet wurden, fügte sich dieser Anordnung und händigte die Server aus, was dazu führte, dass mehr als 20 Indymedia Webseiten vom Netz genommen oder in ihrer Funktionalität beeinträchtigt wurden.
Laut Meldungen einer italienischen Nachrichtenagentur und einem AFP-Interview mit FBI-Sprecher Joe Parris handelte das FBI auf Verlangen aus Italien und der Schweiz. Zuvor publizierte Rackspace (der Provider) eine Mitteilung, wonach sie die Server in Folge einer Anordnung unter dem Mutual Legal Assistance Treaty (MLAT) ausgehändigt hätten. Das MLAT ermöglicht Verfahren, in welchen sich Länder gegenseitig Unterstützung betreffend internationalem Terrorismus, Entführung oder Geldwäsche) zukommen lassen. Das Gericht verbietet Rackspace, weitere Äusserungen dazu abzugeben. Der Grund für die gerichtliche Anordnung oder wer momentan im Besitz der Server ist, bleibt für Indymedia weiterhin unklar.
Aidan White, Generalsekretär der International Federation of Journalists (IFJ): "Wir wurden Zeugen einer untolerierbaren und agressiven internationalen Polizeioperation gegen ein Netzwerk spezialisiert in unabhängigem Journalismus. Der Weg wie dies getan wurde, riecht eher nach einer Einschüchterung von legitimer journalistischer Recherche als nach Verbrechensverfolgung."
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