Heimliche Windows-Updates verursachen Probleme

Windows Vor zwei Wochen berichteten wir darüber, dass Microsoft offenbar damit begonnen hat, Dateien auf Systemen mit Windows Vista und XP zu aktualisieren, ohne die Anwender zuvor wie bisher immer üblich darüber zu informieren. Microsoft hatte in einem Blog die heimliche Veränderung der Systemdateien zugegeben. Demnach müsse auch der Update-Dienst aktualisiert werden, wenn er seiner Aufgabe gerecht werden soll. Inzwischen stellte sich allerdings heraus, dass die veränderten Systemdateien einen Fehler verursachen.

Nutzt man die Reparatur-Option auf der Windows-XP-CD um das Betriebssystem neu aufzuspielen, ohne die bereits installierten Programme zu entfernen, werden alle Systemdateien in den Ausgangszustand zurückversetzt und man erhält eine frische Windows-Installation. Anschließend müssen auch die Windows-Updates neu heruntergeladen werden.

Doch die von Microsoft ungefragt ausgetauschten Systemdatei bleiben erhalten und sorgen dafür, dass rund 80 der via Windows Update angebotenen Patches nicht heruntergeladen werden können. Anscheinend hat sich bei der Entwicklung ein kleiner Fehler eingeschlichen, der nun große Auswirkungen hat. Einen Kommentar seitens Microsoft gibt es noch nicht.

Gestern berichteten wir darüber, dass der Anwalt Thomas Feil aus Hannover eine Anzeige gegen Unbekannt eingereicht hat, da dieses Vorgehen von Microsoft einen Verstoß gegen §303a StGB darstellt. Dieser Paragraph stellt Veränderungen von Daten unter Strafe. Vorerst läuft die Anzeige gegen Unbekannt, da ermittelt werden muss, ob Microsoft Deutschland für die heimlichen Updates verantwortlich ist.

In seiner Anzeige nennt Feil das Unternehmen Microsoft bereits als Verdächtigen. Wenn der Staatsanwalt der gleichen Meinung ist, dürfte ein interessanter Prozess entstehen, denn die Redmonder haben das Vorgehen bereits zugegeben. Allerdings kann es noch so genannte Rechtfertigungsgründe geben - dazu zählt beispielsweise eine mutmaßliche Einwilligung. Allerdings wird dies wohl kaum vertretbar sein, denn der Protest der Windows-Nutzer war groß.

Bei den geänderten Dateien handelt es sich um Teile von Windows Update selbst. Konkret wurden die Dateien wuapi.dll, wuapp.exe, wuauclt.exe, wuaueng.dll, wucltux.dll, wudriver.dll, wups.dll, wups2.dll und wuwebv.dll unter Vista und die Dateien cdm.dll, wuapi.dll, wuauclt.exe, wuaucpl.cpl, wuaueng.dll, wucltui.dll, wups.dll, wups2.dll und wuweb.dll unter Windows XP aktualisiert.
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