Lern-Laptops: Linux-Anbieter wittert Windows-Zwang
Insgesamt sollen 17.000 Geräte in das Land an der Westküste Afrikas geliefert werden. Auch auf ihnen wird künftig Windows eingesetzt - dies war aber eigentlich nicht geplant. Die Entwickler der Linux-Variante Mandriva werfen Microsoft vor, durch seine Einflussnahme den Einsatz des freien Betriebssystems auf den Geräten verhindert zu haben.
In einem offenen Brief an Microsoft-Chef Steve Ballmer prangert Mandriva-Boss Francoise Bancilhon die angeblich unlauteren Geschäftsmethoden des Softwarekonzerns an. Er vermutet, dass die Redmonder den Abnehmer der Geräte unter Druck gesetzt haben, um ihn zur Installation von Windows zu bewegen. Bancilhon kündigte massiven Widerstand an.
Das Unternehmen hatte erst am Dienstag bekannt gegeben, dass man einen wichtigen Vertrag für die Installation von Mandriva Linux auf den für Nigeria bestimmten Classmate PCs geschlossen hatte. Gestern teilte jedoch der Abnehmer der Geräte mit, dass man zwar wie geplant Linux vorinstallieren lassen werde, doch sobald die Billig-Laptops geliefert sind, soll nun doch Windows eingespielt werden.
Mandriva wirft Microsoft und dessen Chef Steve Ballmer nun vor, das Geschäft willentlich negativ beeinflusst zu haben. Man sei des Vertrages praktisch bestohlen worden, so Bancilhon in einem Blog-Eintrag.
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