Insider: US-Provider leitet Netzverkehr zur NSA um

Internet & Webdienste Der US-Geheimdienst NSA soll neben der Überwachung von Telefongesprächen ohne richterliche Befugnisse seit Jahren auch aktiv den Internetverkehr überwachen. Dies behauptete ein früherer Mitarbeiter des US-Telekommunikationsriesen AT&T am Wochenende. Mark Klein, der als Ingenieur für AT&T tätig war, erhob gegenüber dem Fernsehsender MSNBC schwere Vorwürfe gegen seinen früheren Arbeitgeber. Seinen Angaben zufolge sollen sämtliche Internet-Daten, die über die Leitungen des Unternehmens gingen, an die NSA umgeleitet haben.

Wie auch bei der Telefonüberwachung soll es in einem Gebäude von AT&T in San Francisco einen speziellen Raum geben, der nur für Mitarbeiter der NSA zugänglich ist. Dorthin sollen sämtliche Daten über Splitter im Glasfasernetz umgeleitet werden, wobei ihr Ursprung keine Rolle spielt, so Klein.

Er bestätigte damit Spekulationen, die schon seit längerem die Runde machten. Derzeit versucht die US-Regierung zudem mit neuen gesetzlichen Regelungen dafür zu sorgen, dass die Überwachungsaktivitäten der NSA auch künftig nicht an das Licht der Öffentlichkeit gelangen.

Der Gesetzgeber will durchsetzen, dass alle Telekommunikationsanbieter vor eventuellen Ansprüchen von Kunden, die gegen ihre Hilfestellungen für die NSA vorgehen wollen, geschützt werden. Derzeit laufen in den USA mehr als 30 Klagen wegen der Zusammenarbeit von Netzbetreibern mit dem Geheimdienst.
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