EU durchsucht Intel-Niederlassung: Kartellverdacht

Wirtschaft & Firmen Die Europäische Union hat im Rahmen von Ermittlungen gegen den Chiphersteller Intel heute die Büros des Unternehmens erneut durchsuchen lassen. Laut Medienberichten waren die Ermittler auch beim Elektronik-Discounter Media/Saturn zu Besuch, der die Märkte der Ketten Media Markt und Saturn betreibt. Die Durchsuchungen sind offenbar Teil von Ermittlungen der EU gegen Intel und einige Computerhändler, weil man Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht vermutet. Die Europäische Union untersucht Intels Geschäftspraktiken seit Mitte 2007 im Rahmen eines offiziellen Verfahrens.

Damals hatte die EU formell festgestellt, dass Intel offenbar versucht, den kleineren Konkurrenten AMD aus dem Markt zu drängen. Die Untersuchungen gehen auf entsprechende Beschwerden von AMD zurück. Zuletzt hatte sich Intel mehr Zeit für die Abgabe einer Stellungnahme erbeten, was die EU aber offenbar nicht gelten lässt.

Laut Medienberichten war Intel nicht das einzige Ziel der EU-Ermittler. Auch bei anderen Chipherstellern und einigen PC-Händlern sollen sie vorstellig geworden sein. Die Wettbewerbsbehörden hatten 2006 gegen Media/Saturn und Intel ermittelt, weil in den Märkten von Media-Markt und Saturn über Jahre hinweg ausschließlich PC-Systeme mit den Prozessoren des Marktführers anboten wurden.
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