Zahlreiche Firmen pfuschen in der Wikipedia herum
Seit kurzem gibt es nun mit dem Dienst Wikipedia Scanner die Möglichkeit zu ermitteln, wer einen Eintrag bei der Online-Enzyklopädie verändert hat. Dazu wird die bei Änderungen abgespeicherte IP-Adresse einfach dazu verwendet, um die Organisation, den Provider oder das Unternehmen zu ermitteln, von der sie genutzt wurde.
Schon kurz nachdem der Wikipedia Scanner ans Netz ging, gibt es überraschende Ergebnisse seiner Arbeit. Es wird deutlich, in welchem Umfang zum Beispiel Firmen Änderungen an bestimmten Einträgen vornehmen. Offenbar versuchen sie so, Informationen zurück zu halten oder einer Rufschädigung vorzubeugen.
Ein besonders aufsehenerregendes Beispiel dürfte der Fall eines Mitarbeiters des US-Wahlmaschinenhersteller Diebold sein. Dieser hat sogar mehrere Paragraphen aus einem Wikipedia-Eintrag gelöscht, in dem über die schwerwiegenden Sicherheitsprobleme bei den Geräten des Herstellers berichtet wurde.
Ein weiteres Beispiel ist der Versuch eines Mitarbeiters des US-Medienriesen Disney, Informationen zu Digitalem Rechtemanagement zu verfälschen. Natürlich sind auch von Microsoft-IPs Änderungen ausgeführt worden. So wurden zum Beispiel Informationen zu Eric Raymond, einem bekannten Befürworter von Open-Source-Software, verfälscht.
Zu den eher kuriosen Änderungen, die mit dem Wikipedia Scanner ihrem Ursprung zugeordnet werden konnten, gehört gewiss auch ein Fall, in dem offenbar ein Apple-Mitarbeiter Angaben über den Konkurrenten Microsoft ins negative verändert hat. Die Kollegen des US-Magazins Wired haben inzwischen begonnen, eine fortlaufende Liste der bedeutendsten Funde des Wikipedia Scanners zu führen.
Bevor nun allerdings Unkenrufe laut werden, dass all diese Beispiele nur zeigen, wie wenig Vertrauen in die Angaben aus der Wikipedia zu setzen ist, muss klargestellt werden, dass die meisten der genannten Änderungen bereits nach kurzer Zeit rückgängig gemacht oder der Wahrheit entsprechend modifiziert wurden.
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