Händler fordern Verzicht auf Kopierschutz bei Musik

Internet & Webdienste Mittlerweile gibt es kaum noch CDs, auf denen nicht irgendein Kopierschutz versteckt ist. Dass dies vielen Kunden durchaus bewusst ist, nennen nun britische Händler als einen der Gründe für sinkende Verkaufszahlen, die den Unternehmen zunehmend wirtschaftliche Probleme bereiten. Der Händlerverband Entertainment Retailers Association (ERA) fordert von der Musikindustrie einen Verzicht auf die Verwendung von Digitalem Rechtemanagement. In der ERA haben sich zahlreiche britische Firmen zusammengeschlossen, die Musik- und Filmmedien verkaufen.

Beim Vertrieb von CDs, DVDs und Musikdownloads sorgt DRM nach Angaben der Händler für Verwirrung unter den Kunden, da sie nicht sicher sein können, ob nicht eine der zahllosen Kopierschutzlösungen für Probleme bei der Wiedergabe ihrer Medien sorgt. Sie würden deshalb teilweise illegale Filesharing-Downloads bevorzugen.

ERA-Chef Kim Bayley erklärte gegenüber der Financial Times, dass die Kopierschutzmaßnahmen das Wachstum des Markts behindern und die Interessen der Kunden missachten. Er verwies auf eine kürzlich in Großbritannien durchgeführte Studie, die feststellte, dass die überwältigende Mehrheit der Konsumenten DRM-freie Inhalte bevorzugt.

Der Verband hofft nun auf schnelle Reaktionen auf Seiten der Plattenfirmen, da man ein schlechtes Weihnachtsgeschäft befürchtet, da die Prognosen bisher enttäuschend ausfallen. Einige Plattenfirmen, allen voran das Major-Label EMI haben die Zeichen der Zeit bereits erkannt und bieten teilweise DRM-freie Musik zum Kauf an.
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